Palliativmedizinische Lehre in Deutschland – Planungen der Fakultäten zum zukünftigen Querschnittsfach 13

2012 | journal article; research paper. A publication with affiliation to the University of Göttingen.

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​Palliativmedizinische Lehre in Deutschland – Planungen der Fakultäten zum zukünftigen Querschnittsfach 13​
Ilse, B.; Hildebrandt, J.; Posselt, J.; Laske, A.; Dietz, I.; Borasio, G. D. & Kopf, A. et al.​ (2012) 
GMS Zeitschrift für medizinische Ausbildung29(3) art. 12​.​

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Authors
Ilse, B.; Hildebrandt, J.; Posselt, J.; Laske, A.; Dietz, I.; Borasio, G. D.; Kopf, A.; Nauck, F. ; Elsner, F.; Wedding, U.; Alt-Epping, B.
Abstract
Fragestellung: Mit der Änderung der ärztlichen Approbationsordnung (ÄApprO) im Jahre 2009 wurde die Palliativmedizin als 13. Querschnittsfach (Q13) verpflichtend in das studentische Curriculum eingeführt. Die Umsetzung dieser Änderung muss bis zum Beginn des Praktischen Jahres im August 2013 oder bei der Meldung zum Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung für den Prüfungstermin im Oktober 2014 erfolgen. In vorangegangenen Umfragen wurden an den medizinischen Fakultäten in Deutschland sehr heterogene palliativmedizinische Lehrstrukturen beschrieben. Daher sollten nun die curricularen und prüfungsbezogenen Planungen der jeweiligen Fakultäten zur Implementierung eines verpflichtenden Q13 Palliativmedizin erfragt werden. Methodik: Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden Deutschlands (bvmd) führt seit 2006 zweijährliche Umfragen an allen medizinischen Fakultäten in Deutschland zum gegenwärtigen Stand der palliativmedizinischen Lehre durch. Nach Konzeption eines Online-Fragebogens und Pilotierung erfolgte im Mai 2010 eine einmonatige Online-Umfrage. Die Daten wurden deskriptiv ausgewertet. Ergebnisse: 31 von 36 medizinischen Fakultäten nahmen an der Befragung teil. An 15 Fakultäten existierten zum Befragungszeitpunkt bereits verpflichtende Lehrveranstaltungen entsprechend der Vorgabe der neuen ÄApprO; an drei Standorten soll das Q13 Palliativmedizin erst ab dem Sommersemester 2012 verpflichtend eingeführt werden. An 15 Fakultäten bestand bereits ein Lehrcurriculum für Q13, teils angelehnt an die curricularen Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin. Sechs Standorte beschrieben einen begonnenen Implementierungsprozess noch ohne Curriculum. An den meisten Fakultäten werden 21-40 Lehrveranstaltungsstunden angestrebt, die überwiegend in Form von Vorlesungen oder Seminaren, seltener auch in betreuungsintensiveren Formaten angeboten werden sollen. Die Mehrzahl der teilnehmenden Fakultäten strebt eine Prüfung in Form von Multiple Choice Fragen an. An 8 Universitäten bestand ein eigenständiger Lehrstuhl für Palliativmedizin (5 weitere in Planung); dies war mit einem höheren Maß an Pflichtlehre analog der Vorgabe der ÄApprO verbunden. Ein breites Spektrum an lehrbeteiligten Berufsgruppen, Fachdisziplinen und externen Kooperationspartnern wurde angegeben. Schlussfolgerung: Die infrastrukturellen Voraussetzungen, die bisherigen curricularen Planungen und der Grad der Implementierung des Q13 analog der Vorgabe der neuen ÄApprO divergieren zwischen den einzelnen medizinischen Fakultäten erheblich. Die Bemühungen um eine qualitativ hochwertige Lehre in Hinblick auf die vielschichtigen Fragestellungen bei der Betreuung schwerst- und sterbenskranker Patienten spiegeln sich in der Umfrage ebenso wider wie der besondere Stellenwert eines eigenständigen Lehrstuhls für Palliativmedizin für die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben. Die Mitwirkung der verschiedenen Berufsverbände an dieser Umfrage sowie das große Spektrum der Lehrbeteiligten unterstreicht die interdisziplinäre und multiprofessionelle Dimension palliativmedizinischer Lehre.
Issue Date
2012
Journal
GMS Zeitschrift für medizinische Ausbildung 
Organization
Universitätsmedizin Göttingen; Klinik für Palliativmedizin 
ISSN
1860-3572
Language
German

Reference

Citations